DER ULTIMATIVE TONIC-KAUFBERATER

So umfangreich die Welt des Gins ist, die der Tonics steht ihr in nichts nach. Wir bringen hier etwas Licht ins Dunkel, damit du genau weißt, welches Tonic du beim nächsten Mal kaufen sollst.

Der beste Gin ist einfach wenig wert, solltest du nicht das richtige Tonic nutzen – diese These ist keineswegs gewagt und wird von jedem Gin-Experten sicher blind unterschrieben. Warum das so ist und worauf du beim Kauf achten solltest, wollen wir hier aufklären. Dazu bedarf es aber zunächst einige Grundlagen.

Ein Tonic besteht zunächst aus 4 Zutaten – mehr brauch es nicht um ein Tonic zu mischen: Wasser, Zitronensäure, Zucker, Kohlensäure und selbstverständlich der aus der Chinarinde gewonnene Chinin. Wie das aber immer so ist, ein Gin hat in der Regel wenig Zutaten. Die Mischung, die Qualität der Zutaten, der Kohlensäure-Gehalt und natürlich die Kreativität der Hersteller machen den Unterschied.


Während günstige Tonics vor allem Zucker und Wasser in den Vordergrund stellen, setzen Premium Tonics auf Kreationen mit weniger Zucker und natürlichen Aromen, die darauf abzielen den individuellen Geschmack des Gins hervorzuheben.
Das jedoch auch ein günstiges Tonic die richtige Wahl sein kann, das wollen wir nachfolgend erklären, in dem wir dir die unterschiedlichen Toni Kategorien vorstellen:

DER ULTIMATIVE GIN&TONIC-KAUFBERATER

Indian Tonic Waters
- die klassische Balance - 

Schlichtweg der Klassiker unter den Tonics. Er zeichnet sich dadurch aus, relativ bitter zu sein, aber auch deutliche Noten von Zitrus zu haben. Außerdem ist der Kohlensäure-Anteil im Vergleich zu anderen Tonics höher. Im Gin&Tonic lassen Indian Tonic Waters viel Raum zur Entfaltung, was besonders dem klassischen London Dry Gin zugutekommt. Da Chinin, Zitrone und Zucker sehr balanciert sind, kann sich besonders der grundsätzlich bittere Wacholder Geschmack entfalten. Bei anderen Gins können die deutlichen Aromen jedoch zu stark sein und die eigenen Aromen des Gins übertönen.

  • Gute Balance zwischen bitter, süß und zitronig
  • Ideal für kräftige Gins mit deutlichen Wacholder Noten
  • Seit 100 Jahren der Klassiker unter den Tonics
  • Gerade die günstigen Tonics in der Kategorie sind einfach zu süß und lassen kaum Raum für komplexe Aromen

Dry Tonic Waters
- zurückhaltend und sehr anpassungsfähig -

Wie auch beim Gin steht „Dry“ für wenig/kaum Süße oder eben als trockene bzw. zurückhaltende Varianten. Anders als beim Indian Tonic Water, kippt die Balance in Richtung Bitterkeit und weniger Süße, was ihn vor allem für Gins interessant macht, die bereits sehr viel Aroma oder wenig Bitterkeit mitbringen. Die große Stärke des Dry Tonic Water ist es daher, keinen Gin mit zu viel Zucker geschmacklich zu überdecken.

  • Weniger Zucker als der Indian Tonic und damit deutlich weniger Süße
  • Ideal um einen Gin nach dem Pur-Trinken zu entdecken, da die Aromen stärker zur Geltung kommen als beim Indian Tonic
  • Kann auch super funktionieren mit süßeren New Western Gins oder Sloe Gins die bereits über einen hohen Anteil an Zucker verfügen
  • Weniger geeignet für Gin-Neulinge, die das Dry Tonic mit einem klassischen Dry Gin probieren. Die doppelte Bitterkeit machen den Gin&Tonic weniger süffig
  • Dry Tonic sind immer auch sehr neutral - er wird also selten die "perfekte" Kombination sein, da er oft nicht das Maximum aus dem Gin herausholt

Mediterrane Tonic Waters
- würzig und wunderbar süffig-

Ätherische Öle von Blüten, Früchten und Kräutern, Rosmarin von der Mittelmeerküste. Klingt wunderbar lecker, aber: Die vielen floralen Noten geben sehr viel Geschmack ab und können ähnlich wie beim Indian Tonic Water einen guten Gin schnell überlagern. Hier ist daher beim Probieren etwas Mut gefragt und sollte keineswegs als Standard Tonic im Kühlschrank stehen. Auch gilt zu beachten, dass die meisten mediterranen Tonics sehr viel Zucker haben und dafür weniger Chinin. Besonders gut funktioniert er daher mit leichten Gins, die eine hohe Dichte an Botanicals haben.

  • Wunderbar fruchtig und floral durch Zugabe von Ölen, Aromen und Früchten
  • Mit mediterranen Gins (viel Frucht, viele unterschiedliche Botanicals) oft eine tolle Alternative
  • Perfekt geeignet für Dry Gins, die im Grunde schon balanciert sind und Raum für weitere Botanicals schaffen
  • Einen komplexen Premium Gin können wir in der Kombi selten empfehlen
  • Immer auch ein wenig „Hit or Miss“ – kann oft super funktionieren und oft eben auch nicht
  • Alles, aber kein Allrounder unter den Tonics - vielmehr das Tonic für die Experimentierfreudigen

Florale / fruchtige Tonic Waters
– was es nicht alles gibt - 

Der ultimate Tonic Kauf-Berater

Wahrscheinlich ist diese Kategorie die wohl umfangreichste aller Tonics. Der Vorreiter in der Kategorie ist der mit Holunder angereicherte Elderflower Tonic, von dem mittlerweile jeder namhafte Hersteller einen im Sortiment hat. Mittlerweile existieren aber auch zahlreiche Varianten und Interpretationen, was man einem Tonic alles an Aromen beimischen kann. Tonic mit Fruchtaromen betonen vor allem die frischen Noten. Die florale Tonics geben dem Gin&Tonic eine blumige Note und verleihen eine gewisse Leichtigkeit.

Hier ist auch am ehesten erkennbar, dass der Gin&Tonic Markt seit vielen Jahren einen Hype erlebt, denn nur wo Nachfrage ist investieren die Hersteller Zeit und Geld in neue exotische Geschmacksrichtungen.

  • Harmonieren meistens sehr gut mit Gins die eine ausgeprägtere Wacholdernote haben
  • Die Vielzahl an Geschmäckern ergeben fast unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten - wie wäre es z. B. mal mit einem Lavendel Tonic - oder doch lieber mit Kaffee-Tonic?
  • Für einen komplexen Gin grundsätzlich nicht geeignet, da zu viel Eigengeschmack
  • In der Regel haben sie relativ viel Zucker, der Gin-Geschmack wird daher eher in den Hintergrund gedrückt 

Es ist gar nicht so einfach den "perfekten" Tonic für seinen Lieblings-Gin zu finden. Am Ende geht probieren über studieren. Mit den aufgeführten "Basics", solltet ihr aber in der Lage sein das richtige Tonic ausfindig zu machen. Viel Spaß wünschen wir :-)

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